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13.05.2006 - 15:30 Uhr 0 : 0 Zuschauer: 27.113 Schiedsrichter: Sippel |
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MSV Duisburg: Koch, Willi (42. Wolters), Biliskov, Baelum, Bugera, Grlic (63. Caligiuri), Tararache, Kurth, van Houdt (78. Anfang), Lavric, Ahanfouf - Trainer: Scholz
1. FSV Mainz 05: Wache, Demirtas, Friedrich, Noveski, Rose (72. Weigelt), Babatz (60. Geißler), Pekovic, da Silva, Thurk (70. Weiland), Auer, Zidan - Trainer: Klopp
Gelbe Karten: Bugera, Baelum / Rose, Demirtas
Besonderes Vorkommnis: Wache hält Foulelfmeter von Ahanfouf (66.)
Spielbericht: Um nichts ging es mehr am letzten Spieltag zwischen dem MSV Duisburg und FSV Mainz 05, die Hausherren waren sicher abgestiegen, die Gäste sicher für eine weiteres Jahr in Liga 1, sodass man mit Fug und Recht behaupten konnte, dass die Musik an diesem Nachmittag eindeutig woanders spielte. Dennoch fanden 27.113 Zuschauer den Weg in die MSV-Arena, um das letzte Heimspiel der Zebras in der ersten Liga zu verfolgen, denn wer weiß schon, wann Duisburg das nächste Mal den Aufstieg schafft. Auf Duisburger Seite ersetzten Van Houdt und Ahanfouf Wolters und Ahn, Mainz-Trainer Klopp vertraute Demirtas statt Abel. Die Rheinhessen feierten bereits in der Vorwoche die erneute Rettung, durften sich freuen, das zweite und damit anerkannt schwerste Bundesligajahr derart schadlos überstanden zu haben. Beim MSV Duisburg hingegen glaubte man in den letzten Wochen selbst kaum noch an den Klassenerhalt, hier laufen die Planungen für die zweite Liga auf Hochtouren, Jürgen Kohler wurde entlassen, Heiko Scholz nahm heute zum letzten Mal als Interimscoach auf der Bank Platz, der designierte Nachfolger Rudi Bommer verfolgte das Spiel von der Tribüne aus. Gehen wir hinein in ein durchschnittliches Frühsommerspiel, bei dem beide Torhüter oft gefordert waren und sich ausgezeichnet präsentieren konnten.
Die erste Torchance des Nachmittags resultierte bereits aus der fünften Minute, bis dahin hatte Duisburg mehr vom Spiel und kam dann durch einen haltbaren Kopfball von Ahanfouf dem Tor gefährlich nahe. Dies nahm Mainz zum Anlass, das eigene Spiel auch hochzufahren und so entstand eine chancen- wie temporeiche Anfangsphase. Zweimal drang Zidan auf Seiten der Mainzer in den gegnerischen Strafraum ein, das erste Mal scheiterte er selbst an Georg Koch, beim zweiten Mal bediente er den einschiebbereiten Auer in seinem letzten FSV-Auftritt, der aber nur den Kopf von Koch traf, welcher sich behandeln lassen musste. Also Koch jetzt, wobei der Kopf letztlich auch. Erst Auer also, dann aua – ein Traum für jeden Journalisten. Damit endete dann aber auch schon der viel versprechende Auftakt, man erhoffte sich allseits ein spaßiges Fußballspiel mit vielen Toren, doch beide Keeper verhinderten die Abschiedsparty. Eine halbe Stunde war zwar noch zu spielen, doch an nennenswerten Szenen war es das auch schon für die erste Halbzeit. Kann man nichts machen, die Partie wurde immer behäbiger und mittelfeldlastiger, kaum einmal zeigte eine der Mannschaften Zug zum Tor, wenn überhaupt, dann kann man den Mainzer mehr Engagement zuschreiben. 0:0 stand es also zur Pause in einer mauen Bundesligapaarung, die gut begann, dann aber nicht viel von der anfänglichen Euphorie aufrechterhalten konnte.
Nach dem Wiederanpfiff wollten es beide Seiten dann urplötzlich wieder wissen und es gab wieder Torschüsse zu bestaunen. Nur eine Minute war gespielt, da zog da Silva von der Strafraumgrenze ab, traf zunächst Kochs Fingerspitzen, dann den Pfosten, was den Spielstand als solchen wenig beeindruckte. Nun wollte Duisburg sich revanchieren, startete im direkten Gegenzug nach vorne, Lavric scheiterte bedrängt an Wache, die Visiere wurden langsam herunter geklappt. So nahm das Spiel wieder an Fahrt auf, jetzt flackerte der Siegeswille in den Spielerköpfen auf, auch wenn der Funke spielerisch oftmals nicht so ganz überspringen wollte. Während in Hamburg und Wolfsburg um Millionen bzw. die Existenz gefightet wurde, regierte in Duisburg nun immer mehr der Spaß am Beruf, die taktischen Zwänge wurden abgelegt und die letzte halbe Stunde hatte ihren ganz eigenen Flair. Einen Flair zwar, den Fußballdeutschland am nächsten Tag vergessen würde, aber immerhin einen Flair. Wir schreiben die 66. Minute, in der Abdelaziz Ahanfouf von Noveski gefoult wird. Der Mainzer berührte den Duisburger auf der Strafraumgrenze, Schiedsrichter Sippel sah das Foulspiel innerhalb des Sechzehners und entschied folgerichtig auf Strafstoß. Der Gefoulte trat selbst an, trat das Leder jedoch zu harmlos und scheiterte an Dimo Wache. Weiterhin also 0:0 trotz vieler Tormöglichkeiten in der Folgezeit, doch keine der Sturmreihen zeichnete sich durch echte Torgefahr aus, sodass beide Torhüter immer seltener eingreifen mussten. Bis zum Ende fiel kein Tor mehr, die Saison endet für beide Kontrahenten mit einem keinen mehr interessierenden torlosen Remis.
Was bleibt noch zu sagen? Duisburg steht nach diesem letzten Spieltag der Saison 2005/2006 auf dem letzten Tabellenplatz und ist damit unzweideutig und völlig zu Recht abgestiegen. Ob zunächst mit dem dann kopfnüssenden Norbert Meier oder später mit Jürgen Köhler, die Rhein-Ruhr-Kicker präsentierten in vielen Spielen ein zu harmloses Mittelfeld, das wenig Akzente nach vorne setzen konnte und nur Konterfußball kann es für ein Team diesen Format nicht sein. Die Abwehr war letztlich überfordert, ließ zwar weit weniger Tore als die beiden FCKs zu, doch die sind ja auch abgestiegen. Im Grunde ging der MSV als Außenseiter in diese Saison und wurde dieser Rolle vollauf gerecht, alles andere wäre ein mittleres Wunder gewesen. Auf dem elften Platz gestartet konnte man sich kurze Zeit im unteren Mittelfeld halten, ehe man seit dem neunten Spieltag und damit seit Mitte Oktober vergangenen Jahres auf einem Abstiegsplatz rangierte und nun die Quittung bekam. Die Saison von Mainz hingegen kann man nur positiv resümieren. Zwar machte man im Vergleich zum Vorjahr keine allzu großen Schritte, doch konnte man sich auch ohne die Euphorie des ersten Bundesligajahrs einigermaßen gut verkaufen, verlor viele Spiele unnötig und der mangelnden Erfahrung geschuldet. Alles in Allem hat sich das Team weiterentwickelt, wird jetzt allerdings Leistungsträger verlieren und somit auch im nächsten Jahr den Klassenerhalt als Saisonziel proklamieren müssen.
13. Mai 2006 - Marcel Hermes